iA nennt es: 100% Easy-2-Read
Die international tätige Web-Agentur iA gehört sicher zu den innovativsten Läden was unsere Branche zu bieten hat. Kürzlich haben die Information Architects den Auftritt der ZEIT neu gestaltet und wenn sie die neuste Version ihrer Web Trends Map präsentieren, geht dies auch regelmäßig durch die Blogs der Welt.
Und schon 2006 haben sie in einem Artikel 100% Easy-2-Read veröffentlicht … abgekürzt: 100e2r. Von seiner Aktualität hat dieser Beitrag aber nichts verloren.
Bei 100e2r handelt es sich um einige Dos and Don’ts im Bezug auf die Darstellung von Inhalten auf einer Website. Die iA kritisieren, dass nur all zu oft auf einer Webseite zu viele Inhalte auf zu engen Raum gepackt werden.
Stichpunktartig ihre Kritikpunkte:
- Don’t tell us to adjust the font size
- Don’t tell us busy pages look better
- Don’t tell us scrolling is bad
- Don’t tell us text is not important
- Don’t tell us to get glasses
Als Folge darauf … Fünf einfache Richtlinien:
- Standard font size for long texts
- Active white space
- Reader friendly line height
- Clear color contrast
- No text in images
Die oben aufgeführten Punkte werden auf der Beitragsseite näher erläutert. Eine kurzweilige und lehrreiche Lektüre für alle, die in irgendeiner Form mit der Gestaltung einer Website zu tun haben … ob visuell oder non-visuell.
von Matthias Zellmer
WordPress-Erweiterung WPtouch optimiert Blog-Ansicht für iPhone
Möchte man seine auf WordPress basierende Website im typischen Look & Feel einer iPhone-App auf Apples Smartphone anzeigen lassen, sollte man sich mal mit der WordPress-Erweiterung WPtouch beschäftigen.
Die Installation von WPtouch ist WordPress-typisch sehr einfach und somit ist die grundlegende Arbeit, um die Erweiterung zum Laufen zu bekommen, in wenigen Minuten erledigt. Wer jetzt noch möchte, kann im WordPress-Backend einige Einstellungen im Bezug auf Optik und Verhalten vornehmen.
Laut Herstellerseite soll die Erweiterung auch für Android funktionieren … getestet habe ich das jedoch noch nicht.
Kleine Anmerkung am Rande: Ich selbst habe keine iPhone und um euch die Screenshots oben im Bild zeigen zu können, habe ich mal bei Twitter gefragt, ob man mir diese Screenshoots per Mail schicken könnte. Vielen Dank an die mehr als ein Dutzend Mails. So macht Social Web richtig Spaß! Danke.
von Matthias Zellmer
Studie: Was gehört auf einer Startseite wohin?
Zum dritten Mal nach 2003 und 2005 hat in diesem Sommer die eResult GmbH ihre Studie zur Nutzergerechte Startseiten-Gestaltung von Internetauftritten und Online-Shops namens Imagery III durchgeführt und jetzt deren Ergebnisse veröffentlicht. Die Studie als PDF-Dokument kann für für 99.- Euro zzgl. MwSt. online bestellt werden. Ein kostenlose Kurzversion ohne die Interpretationen und Schlussfolgerungen von eResult kann man in deren Download-Bereich herunterladen.
Wie in der Grafik oben am Beispiel der Werbe-Elemente zu sehen ist, gibt es immer wieder Verschiebungen in den Erwartungen der Nutzer, welche zentralen Elemente auf einer Website wo zu platzieren sind. Das und ob die Nutzer ein Element überhaupt auf einer Website erwarten, lässt sich aus dieser Studie recht gut ablesen.
Besonders interessant ist die aktuellste Ausgabe dieser Studie, da diesmal zwischen Online-Shops und anderen Internet-Auftritten unterschieden wurde. So erwarten zum Beispiel immerhin 86,4% bei einem Online-Shop einen Link zu einer Hilfe-Seite, aber nur 63,1% bei einer anderen Website.
Ich empfinde diese Art von Erhebungen als sehr hilfreich. So lassen sich schon früh im Entstehungsprozess einer Website, grundlegende Missverständnisse vermeiden, indem zentralen Elemente im Zweifelsfall eher erwartungsgemäß positioniert werden. Vielleicht kann man sich auch die Umsetzung teurer Funktionalitäten ganz ersparen, da die Nutzer sie sowieso nicht erwarten.
von Matthias Zellmer
Do’s and Don’ts im Web: Verlinken
So simple es klingen mag, die scheinbare Selbstverständlichkeit, dass man im Web Seiten untereinander verlinken kann, ist offensichtlich gar nicht so selbstverständlich.
Ein leider negatives Beispiel für diese Erfahrungswert liefert wissen.de. Konsequent verweigert dieses Web-Angebot, das ansonsten zum Beispiel mit Kommentar- und Bewertungsfunktion recht modern daher kommt, in seinem Lexikon-Bereich die Verlinkung der bei Lexika klassischen weiterführenden Begriffe. Dies kann man konkret am Beispiel des schönen Adjektivs solipsistisch sehen. Seine Erläuterung auf wissen.de lautet nämlich:
sol|ip|sis|tisch
so|lip|sis|tisch [Adj. , o. Steig.] zum Solipsismus gehörig, auf ihm beruhend
Leider hilft einem diese Erläuterung wohl kaum weiter, wenn man nicht weiß was Solipsismus ist. Doch statt diesen Begriff … wie ich es getan habe … zu verlinken, muss man den Begriff nochmals ins Suchfeld eintippen. Das ist die klassische “Buch-Denke” und hat im Prinzip im Web nichts mehr zu suchen. Denn das World Wide Web ohne Hyperlinks ist wie Fernsehen ohne Bilder.
Dieses Phänomen findet man leider nicht nur im Lexikon von wissen.de, sondern auf zahlreichen Websites … vor allem auf solchen, bei denen die Menschen dahinter von den klassischen Medien herkommen. Also: In Zukunft immer schön verlinken, dass macht das Web erst zu dem was es ist.
von Matthias Zellmer
Große Wahlfreiheit lähmt und macht unglücklich
Die Menschen vor allem in den industrialisierten, westlichen Gesellschaften haben eine ganz besondere Freiheit: Die Freiheit zu Wählen. Und damit ist nicht nur die Stimmabgabe bei einer Parlamentswahl gemeint, sondern auch die alltäglichen Wahlmöglichkeiten zum Beispiel beim Einkaufen von Pasta im Supermarkt oder beim Kauf einer Hose. Der Psychologe Barry Schwartz ist nun der Ansicht, dass uns diese Wahlfreiheit nicht freier und glücklicher gemacht hat, sondern sie lähmt uns und macht und unzufrieden.
Dies ist eine wichtige Erkenntnis, wie ich finde. Auch bei Software-Systemen wie Textverarbeitungsprogrammen oder Websites kann es sein, dass wenn man zu viele Nutzungsmöglichkeiten hat, man sich erschlagen fühlt und statt einen Forschungsdrang zu entwickeln, verharren wir nur all zu gerne und lassen dann auch mal gerne unserem Ärger freien lauf.
So bin ich mir ziemlich sicher, dass die meisten Problem, die Menschen bei der Nutzung von Microsofts Word haben, grundsätzlich zu vermeiden wären. Aber die schiere Vielfalt der Funktionen von Word lässt uns all zu oft den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen. Ein Gegenbeispiel ist Googles Suchmaske. Und auch wenn die Google-Suche nach und nach mit immer mehr Funktionen ausgestattet wird, die simple Kern-Optik wird nur wenig verändert. Alles andere wäre im Sinne von Barry Schwartz’ Ausführungen zu gefährlich.
Für uns, die wir Websites gestalten, kann das nur bedeuten, dass wir unseren Nutzern immer wirklich nur die Funktionen zur Auswahl stellen sollten, die sie wirklich unbedingt brauchen. Für alles andere müssen wir unseren Nutzern die Entscheidung abnehmen oder, so wie Google, uns immer wieder was einfallen lassen, wie wir die weniger gebrauchten Funktionen gekonnt vor den nicht so versierten Nutzern verstecken.
Dies war übrigens auch ein Beitrag zum Thema User Experience. Usability-Experten sollten jetzt bitte erst mal tief durchatmen … vielleicht während sie sich den wunderbaren Vortrag von Barry Schwartz ansehen.
von Matthias Zellmer




















