Professor Peter Kruse über die Revolution 2.0
Der Mann sieht gar nicht aus wie ein Digital Native. Zum Glück. Vielleicht hören Professor Peter Kruse dann auch mal Leute, zu die das ganze Social Networking Zeugs für total überbewertet halten. Denn er erklärt plausibel, warum die Netzwerkkultur die Gesellschaft fundamental verändern wird.
Die zum Vortrag gehörenden Folien gibt es hier:
Gefunden im Projektmanagement Blog
von Matthias Zellmer
Lesetipp zur Vernetzung: “Wie wir zu Insekten werden”
Der Medienwissenschaftler Norbert Bolz hat in seine Artikel Wie wir zu Insekten werden auf Spiegel Online skizziert wohin die Reise unserer sich immer mehr vernetzenden Gesellschaft hingehen kann … und vielleicht wird. Er sieht das heutige Internet “als Soziallabor, elektronisches Rathaus und virtuelles Parlament” und “die Nationalstaaten in der Weltgesellschaft zunehmend an Einfluss verlieren”. Auch kommt er zum Schluss, dass “der Körper und seine Gegenwart [...] für das Funktionieren unserer Gesellschaft immer unwichtiger [werden]” und dass in Zukunft Erreichbarkeit mehr zählen wird als Anwesenheit. Darum sagt Bolz auch: “Was zählt ist Funktion, nicht Substanz.”
Sehr lesenswert, gerade vielleicht auch im Kontext mit einem Vortrag von Constantin zum Thema The Future of Technology in 10, 20, 30 Years and More, den ich im vergangenen Jahr auf dem Barcamp München gehört habe. Denn nimmt man diese beiden Thesen über die Zukunft der menschlichen Kommunikation und Vernetzung zusammen, dann ist es mehr als fraglich, ob wir in ein paar Jahren bzw. Jahrzehnten sowas wie Geräte überhaupt noch nutzen und vielleicht nur noch aus dem Museum kennen werden.
von Matthias Zellmer
Wissenschaftliche Arbeiten – Wann darf aus Wikipedia zitiert werden?
Als ich 2005 meine Diplomarbeit geschrieben habe, war das Regelwerk im Bezug auf Zitate aus der Wikipedia noch eindeutig: Geht gar nicht!
Auch bei den beiden Diplomarbeiten, die ich in den letzten eineinhalb Jahren betreuen durfte, hatte sich an dieser Maxime noch nicht wirklich viel geändert. Die Empfehlung war: Als erster Anlaufpunkt für eine Recherche ist die Wikipedia wunderbar, aber Zitieren geht immer noch nicht.
Doch der Druck auf die Prüfer von wissenschaftlichen Arbeiten ist wohl inzwischen deutlich angewachsen. Zum Glück hat nun diesbezüglich im vergangenen Herbst an der Zentralbibliothek in Zürich das Kolloquium “Nicht zitierfähig(?) — Wikipedia und Wissenschaft” stattgefunden.
In der Folge dieses Kolloquiums stellte Marc Scheloske von wissenswerkstatt.net klar:
Natürlich ist die Wikipedia zitierfähig! Man muß aber wissen, wie und in welchen Kontexten.
Und dankenswerterweise formulierte er auch einen Leitfaden für die Einschränkungen und Besonderheiten im Bezug auf Zitate aus Wikipedia-Artikeln:
Der Autor muss begründen, weshalb er ein Wikipedia-Zitat verwendet. Stehen (konventionelle) Alternativen zur Verfügung, ist das Wiki-Zitat bloße Bequemlichkeit und nicht legitim. In vielen Fällen dürfte der Faktor Aktualität entscheidend sein. Außerdem darf und muss natürlich aus Wikipedia zitiert werden, wenn sie selbst Gegenstand der Arbeit ist.
Das hört sich meiner Ansicht nach einem guter Kompromiss am. Das findet auch Matthias Schlecker über dessen Blog-Beitrag Zitierfähigkeit: Wikipedia als wissenschaftliche Quelle ich auf dieses Thema aufmerksam wurde.
von Matthias Zellmer
Blog-Tipp: Wer, Wie, Was – Wissenschaft
Ganz neu! Just diesen Monat wurde eine interessantes Blog-Projekt mit Wer, Wie, Was – Wissenschaft gestartet. Ziel des Blogs:
Weil die meisten Texte aus der Forschung entweder auf Englisch, oder in einem unverständlichen Deutsch geschrieben sind. Wissen sollte jedoch für alle verfügbar sein. Deswegen versuchen wir mehr oder weniger glücklich, Texte aus der Forschung in Normaldeutsch zu übersetzen.
Erster Beitrag: “Der Alkohol ist Schuld” … hoffentlich nicht auch an diesem Blog ;-)
von Matthias Zellmer
A Unit of Knowledge
Gestern hat Google seine Online-Wissensmanagement Knol veröffentlicht. Im Aufbau und den Features ähnelt Knol seinem Konkurrenten Wikipedia. Doch es gibt einige grundlegende Unterschiede:
- Ein Autor schreibt einen Artikel und kann diesen später selbst bearbeiten. Oder er kann einer Gruppe anderer User das Recht einräumen, diesen zu editieren. Nicht jeder eingeloggte User kann Änderungen vornehmen, wie es bei Wikipedia der Fall ist.
- Zu einem Knol – also einem Thema – können aber mehrere Artikel angelegt werden. An dieser Stelle befürchtet TechCrunch-Autor Jason Cincaid, dass es zu populären Themen eine wahre Flut von Artikeln geben wird, da jeder, der sein Wissen kundtun möchte, im Worst-Case einen eigenen Artikel schreibt.
- Autoren können für ihre Artikel angeben, ob die darin enthaltenen Inhalte der Creative Commons-Lizenzen unterliegen sollen oder der restriktiven Copyright-Lizenz, die weiteres Nutzen der Inhalte verbietet.
Durch das Anbieten der Copyright-Lizenz erhofft sich Google laut heise online, auch Experten anlocken zu können, die sonst ihre Texte aus der Angst heraus nicht veröffentlicht würden, ihre Inhalte könnten gestohlen werden. Des weiteren können Autoren mit ihren Artikeln auf Google Knol Geld verdienen, indem sie dort AdSense-Anzeigen platzieren.
Via techcrunch.com und heise.de
von Katrin Schneider
Metropolis Directors Cut
Die Cineasten unter uns dürfen sich freuen: Die bisher als verschollen geltende ursprüngliche Version von Fritz Langs Klassikers “Metropolis” ist aufgetaucht. Paula Félix-Didier entdeckte das als verloren geglaubte Material im Museumsarchiv des “Museo del Cine” in Buenos Aires und sorgte damit für eine kleine mittlere Weltsensation. Filmgutachter, denen die Urversion vorgestellt wurde, haben bereits deren Echtheit bestätigt.
Hier gibt es nähere Infos und hier die ganze Geschichte.
Was das mit dem Web zu tun hat?
Nichts. Na und? Ich freue mich trotzdem…
von Artur Richter
Podcast-Empfehlung: Interview mit bloggender Ärztin
Ich hatte es schon im Netzlogbuch-Twitter-Feed gepostet, der hier auch in der Sidebar unter By the way dargestellt wird, aber bevor es vielleicht untergeht, will ich es hier noch mal erwähnen. Vergangenen Dienstag habe ich einem sehr informativen, kurzweiligen und hörenswerten Podcast von Radio-G lauschen dürfen, in dem Michael Meinhardt die bloggende Ärztin Dr. Sarah Schons aus Düsseldorf interviewt hat.
Das Interview hatte das, was man z.B. bei TV-Sendungen wie Anne Will oder im gleichgeschalteten Quoten-Radio derzeit vergeblich sucht … wie etwa Tiefgang, Ehrlichkeit, Humor und Klartext. Und auch thematisch gingen die Beiden auf scheinbar Alles ein, was derzeit im Gebiet der Gesundheit Relevanz hat: Ernährung, Gesundheitssystem, Politik, Forschung & Lehre, Pharmaindustrie und vieles mehr …
Hab mich selten so über einen Podcast gefreut und möchte ihn jedem wärmstens an Herz legen … wirklich.
von Matthias Zellmer
duelity – splitscreen
Hinter dem vielsagenden Titel duelity verbergen sich zwei fabelhafte Animationsfilme der Studenten Marcos “Boca” Ceravolo and Ryan Ulrich von der Vancouver Film School zum Thema “Entstehung der Welt”. Über die ohnehin interessante direkte Gegenüberstellung der kreationistischen und evolutionstheoretischen Betrachtungsweisen hinaus, vertauschen die Studenten die jeweils angestammten Sprach- und Darstellungsformen.

Die kreationistische Perspektive bedient sich einer wissenschaftlichen Sprache und modellhafter, cleaner Grafik, während beim evolutionstheoretischen Blickwinkel eine bildmalerische Sprache historisch anmutende Collagen und Illustrationen im “Kirchenfensterstil” unterstützt. Blitzsauber animiert und in Szene gesetzt ergibt sich eine gleichsam intelligente und unterhaltsame Gegenüberstellung beider Perpektiven.
Zu sehen ist das Ganze auf duelity.net und ich würde empfehlen, sich unter watch > duelity (es gibt leider keinen Direktlink) gleich beide Filme parallel anzuschauen oder sie sich direkt als Quicktime herunterzuladen. Im Blog kann zudem Kommentiert Gratuliert werden.
via motionographer, coolhunting
von Artur Richter
Kreativität ist nicht illegal
Wow! Jetzt bin ich aber beeindruckt. Danke an René, der mittels Spreeblick auf den Vortrag des US-Jura-Professors Lawrence Lessig hingewiesen hat.
In Larry Lessigs Vortrag auf TEDTalks geht es um Revolutionäres. Es geht um die Kids, die sich das Web zu Nutze machen, um dort … mit dem was aktuell für jeden technisch möglich ist … kreativ zu werden. Im Sinne von Paul McCartneys “Take a sad song and make it better” aus “Hey Jude”, nehmen sich die von Lessig beschriebenen Kids das was sie im Web, auf Ton- und Datenträgern finden und machen was (besseres?) daraus. Doch das ist eigentlich illegal. Es gibt ja Copyright. Doch dem widerspricht Lessig: Kreativität darf nicht illegal sein!
Larry Lessigs Vortrag ist beeindruckend, lustig und vor allem aufschlussreich. Unbedingt anschauen … jede Minute.
von Matthias Zellmer
Bringt Rapid Prototyping die Versandrevolution?

Die Abfahrt zum Geburtstag des Patenkinds steht unmittelbar bevor und du hast noch kein Geschenk für den Kleinen? Wie schön wäre es dann, einen Drucker zu haben, der schnell mal die neuste Harry-Potter-Figur aus dem Internet ausdruckt? Nicht auf Papier, sondern in 3-D als Plastikmodell.
Science fiction? Nein, das Prinzip des schon in den 1980ern bekannt gewordenen Rapid Prototyping schickt sich an, das Raumschiff Enterprise zu verlassen, um in unserem Alltag aufzutauchen.
Das Thema ist so interessant, dass Neil Gershenfeld in seinem Buch “FAB: The Coming Revolution on Your Desktop” schon von einer bevorstehenden Revolution spricht und Moritz Sauer und Niels Boeing ihm da beipflichten.
Bin mal gespannt, wann ich meine Raclette-Schaber nicht mehr bestellen muss, sondern sie nur noch ausdrucken brauche.
von Matthias Zellmer








