Web2.0 – Startpunkt der Differenzierung

In den vergangenen Tagen haben wir in der Agentur mal wieder über den Begriff Web2.0 diskutiert bzw. über das, was auf das Web2.0 folgen mag. Der Auslöser war ein Paper, welches den Begriff Web3.0 enthielt. Die Diskussion war durchaus interessant und lies mich mit der Erkenntnis zurück, dass es sowas wie das Web3.0 niemals wirklich geben wird.

Die hinter dieser Erkenntnis liegende Argumentation basiert darauf, dass es sich bei dem Web2.0 vor allem um eine Änderung der Wahrnehmung des Webs handelt. Das Web2.0 ist meiner Ansicht nach der Startpunkt der Differenzierung dessen, was Tim Berners-Lee ursprünglich mal als das World Wide Web bezeichnet hat. Das Web in den Kinderschuhen war an sich ja auch noch als ein Ganzes wahrzunehmen. Seit einiger Zeit ist das nicht ohne weiteres mehr möglich.

Spricht man mit Vertretern den verschiedenen Nutzer- bzw. Interessengruppen über das Web2.0 so bekommt man die unterschiedlichsten Schagworte aufgetischt, wie etwa:

  • User: Facebook, Wikipedia, RSS, …
  • Entwickler: Ajax, Rich Internet Application, …
  • Marketing: Grassroot-, Viral-Marketing, …
  • Grafiker: Glitter, Glossy, Verläufe, …
  • Konzepter: User Experience, Social Media, …

Diese Auflistung ließe sich fast beliebig erweitern und vertiefen. Aber sie zeigt uns auch schon so, dass es ein Web3.0 nicht geben kann. Jeder dieser und auch der fehlenden Punkte wird sich auf eine eigene Art und Weise weiterentwickeln … oder auch nicht. Wir kennen solche Entwicklungen von vielen technologischen Entwicklungen. So gab es z.B. am Anfang ein bzw. das Automobil. Inzwischen unterscheidet man auf unterschiedlichste Art und Weise … Limousine, Cabrio, SUV, Transporter, LKW, und so weiter und so fort.

Somit bin ich der Ansicht, dass der Begriff Web3.0 maximal aus einem der unterschiedlichen Verzweigungen des Webs kommen kann … dem Marketing.


Das Foto oben stammt übrigens von *Gräfin und ich hab es bei photocase heruntergeladen.

Pflichtablieferung an Nationalbibliothek relativiert

Wie heise.de gestern berichtet wurde im Bezug auf die Pflichtablieferung von im Web publizierten Inhalten an Nationalbibliothek nun doch mal der Verstand bemüht und die Nutzung der vorhandenen technischen Möglichkeiten ins Auge gefasst:

Die Netzgemeinde kann aufatmen, denn die Bibliothek wird Blogs, Foren und Websites mit statischen Inhalten nur automatisiert über einen eigenen Crawler erfassen und archivieren.

Damit ist meine Welt wieder etwas mehr in Ordnung.

Nationalbibliothek sollte Feeds abonnieren

In meiner Zeit in der Studierendevertretung der Fachhochschule Gießen-Friedberg haben wir eine kleine Zeitung für unsere Kommilitonen herausgegeben. Damals lernte ich auch die Deutsche Nationalbibliothek kennen. Wir mussten ihr damals von jeder Ausgabe auch ein Exemplar zukommen lassen. Wir hatten ein Sekretariatskraft, die das dann für uns zuverlässig übernommen hat. Das war im Prinzip auch ganz einfach und schnell gemacht. Heft nehmen, eintüten, adressieren und ab zur Post. Fertig.

Doch was jetzt auf uns … und wohl auch auf die Nationalbibliothek … zukommt, das ist wohl nicht so einfach. Laut einer Verordnung der Bundesregierung sind Website-Betreiber seit gestern verpflichtet, dort Kopien ihres Online-Angebotes abzuliefern. Entgegengenommen werden PDF- und Zip-Dateien. Theoretisch machen sich Website-Betreiber strafbar, wenn sie dieser Abgabe-Pflicht nicht nachkommen. Laut Spiegel Online weiß man “bei der DNB selbst noch nicht so genau, wie das alles funktionieren und organisiert werden soll”.

Für mich hört sich das alles ein bisschen “Old-School” an. Sollen sie doch lieber alle Website-Betreiber verpflichten, ihre relevanten Inhalte als RSS-Feed anzubieten. Diesen könnte die Nationalbibliothek dann abonnieren und alles würde automatisiert ablaufen. Zudem würde eine solche, bei vielen Website notwendige Umstellung eben diesen sicher gut tun … von wegen Trennung von Inhalt und Layout und so. Aber wahrscheinlich habe ich in diesem Zusammenhang wieder mal irgendwas nicht richtig bedacht. Aber da scheine ich ja nicht der Einzige zu sein.

Von Zeit zu Zeit

Mit Von Zeit zu Zeit hat die Stuttgarter Zeitung zusammen mit dem Stadtarchiv Stuttgart und … uns *smile* … ein neues Webprojekt gestartet.

Von Zeit zu Zeit soll die Geschichte der Stadt Stuttgart aus Sicht seiner Bewohner und Bewohnerinnen zeigen. Dabei sind alle Stuttgarter und Stuttgarterinnen aufgefordert mit ihren Bildern und Geschichten aktiv daran teilzunehmen. Richtig echter User Generated Content also …

Derzeit kommen fast alle Inhalte noch aus den Redaktionsräumen der Stuttgarter Zeitung und dem Stadtarchiv, aber ich hoffe, dass sich das bald ändern wird.

Unser Part war die konzeptionelle und technische Unterstützung des Projekts und vor allem die Entwicklung des Screendesigns.

Eigenwerbung … Ende

Überlegung: Schoolcamp – Barcamp für Schüler

Idee: Schoolcamp - Barcamp für Schüler

Am Wochenende nahm ich auf dem Barcamp Bodensee an einer Session “Digital Education” teil. Was vielleicht sogar eher anwendungsorientiert angedacht war, wurde schnell zu einer Diskussion über unser Schulsystem im Allgemeinen und die Web-/Medien-Kompetenz in den Schulen im Speziellen. Irgendwie hab ich das Thema im Hinterkopf mit nach Hause genommen, woraus die Überlegung entstanden ist, ob sich das Barcamp-Prinzip nicht auch auf eine spezielle Version für Schulen bzw. Schüler adaptieren lässt? Eine Art Schoolcamp.

Die Barcamp-Regeln könnten locker den Rahmen geben. Es müssten Sponsoren für die Infrastruktur, die Verpflegung usw. gewonnen werden und ggf. könnten die Teilnehmer in der Turnhalle der Schule übernachten, die dann Veranstaltungsort ist.

Die Idee ist jetzt noch nicht sehr ausgereift. Aber ich denke, sie ist es wert, mal weiter durchdacht zu werden. Gerade im Bereich Medienkompetenz könnte eine solche Veranstaltung Gold wert sein und wir so genannten Experten könnten so auf unsere Weise dazu beitragen, diese zu fördern.

50 Jahre Maggi Ravioli

Die Maggi Ravioli wird 50

Da sich dieses Blog mit dem Web und dem Arbeiten mit dem und am Web beschäftigt, soll heute einer Ikone der Web-Worker Nahrungsaufnahme gehuldigt werden: Der Maggi Ravioli … die wird nämlich heute 50 Jahre alt. Herzlichen Glückwunsch!

Dieses Kult-Dosenfutter hat mich schon oft vor dem Hungerast gerettet … gerade in der Diplomarbeitsphase oder wenn ich mich in eigenem oder fremdem Code verfranst hatte. Und in meiner Jugend habe ich auch öfters mit den Maggi Ravioli experimentiert: Überbacken, Dose im Lagerfeuer, erste wilde Würzversuche, …

PS: Ich hoffe mal, dass die erste Dose schon verspeist ist und nur das Produkt im Allgemeinen 50 Jahre alt wird ;-)

Heute: Tagung zur Barrierefreiheit

EfA-Tagung zur Barrierefreiheit

In diesen Minuten starte in Gelsenkirchen die EfA-Tagung “Konzepte und Zukunftsbilder für ein Barrierefreies Internet” mit Livestram:

Unter dem Titel ›Einfach für Alle – Konzepte und Zukunfts­bilder für ein Barriere­freies Internet‹ kommen am 6. Mai 2008 rund 300 Experten und Ent­scheider aus Behörden, Unter­nehmen, Politik, Wissen­schaft und Medien in Gelsen­kirchen zusammen, um über aktuelle und zukünftige Ent­wicklungen im und durch das Web zu diskutieren.

Starbucks startet soziales Netzwerk

Starbucks startet soziales Netzwerk

Oft sieht man im Starbucks Leute mit ihren Notebooks sitzen. Die Frage, was sie dort außer Kaffee zu trinken tun, dürfte in Zukunft leicht zu beantworten sein: Sie optimiere im Starbucks-eigenen Social Network My Starbucks Idea die Leistungen und Angebote des Mega-Kaffeehauses. Eine interessante Idee …
Via: digital:next

Erfolgreiche Communities – Ein Veranstaltungsbesuch

Erfolgreiche Communities: KWICK!, Fudder und imedo

Gestern Abend habe ich mal wieder eine Veranstaltung der MFG Baden-Württemberg besucht. Dieses Mal war das Thema “Erfolgreiche Communities: Auf was es wirklich ankommt!”. Als Referenten konnte die MFG drei Vertreter von namhaften Communities mit Sitz in Baden-Württemberg gewinnen können.

Den Anfang machte Markus Hofmann, Projektleiter von fudder.de aus Freiburg. fudder ist eine Grimme Preis dekorierte regionale Community, die ihren Schwerpunkt auf lokale Themen aus dem Raum Freiburg legt. Betreiber von fudder ist die Badische Zeitung. Ein gerade im Rahmen der Finanzierungfrage interessanter Aspekt. Die Macher haben mit einem so starken … und wohl auch langmütigen … Partner im Rücken augenscheinlich mehr Ruhe und Muse, diese Community sukzessive auszubauen und voranzutreiben. Hofmann betonte aber, dass sie lange bewusst auf eine Unterstützung der Zeitung im Bezug auf eine Vergrößerung ihres Bekanntheitsgrads verzichtet haben. Grund war wohl, dass die Zeitung als eher konservativ gilt und fudder im Kern ein junges Publikum ansprechen will.

Als nächster Referent war Christian Angele an der Reihe. Er ist Geschäftsführer des Gesundheitsportals imedo aus Stuttgart. imedo bietet eine Plattform für Menschen die sich rund ums Thema Gesundheit austauschen und vernetzten wollen. imedo ist übrigens fremdfinanziert und steht damit diesbezüglich im Kontrast zur Community des dritten Referenten des Abends.

Jens Kammerer, Gründer und Managing Director der KWICK! Community aus Weinstadt betonte, dass KWICK! sich komplett selbst finanziert. KWICK! ist eine … nein … nach eigenen Angaben “Die Erlebnis-Community”. Schwerpunkte sind neue Freunde finden, Spaß und Unterhaltung. KWICK! ist aus einem reinen Studentenprojekt entstanden und ist damit unter den vorgestellten die einzige wirklich gewachsene Community. Welche Vor- und Nachteile eine solche Community gegenüber den neuen, am Reißbrett entstandenen hat, wurde von den Referenzen offen gelassen.

Jeder der Referenten ging kurz auf seine Community ein, ihre jeweilige Geschichte, Ausrichtung und Schwerpunkte. Die titelgebende Frage des Abends drehte sich dann um die Erfolgsgeheimnisse der jeweiligen Communities. Und was nicht weiter überraschte, für alle drei Referenten spielen die User eine extrem zentrale Rolle beim Erfolg ihrer Community. Zentral auch im Betreuungsbedarf durch die Betreiber. Ein Punkt, der bei der Planung einer Community gerne mal vergessen oder als nicht so bedeutend angesehen wird.

Eine erfolgreiche Community muss laut Markus Hofmann von fudder folgende Aspekte beinhalten:

  • Regeln
  • Schiedsrichter
  • Trophäen
  • Bestenlisten
  • Leidenschaftliche Fans
  • Austausch- und Interaktionsmöglichkeiten

Er betonte noch, dass man die üblichen Störenfriede unbedingt mit Nichtachtung strafen sollte. Er formulierte das folgendermaßen:

Don’t feed the trolls!

Christian Angele von imedo stellte besonders die Bedeutung von regionalen Aspekten auch bei einer im Prinzip weltweit zugänglichen Community heraus. Zudem riet er jedem, der sich mit dem Gedanken trägt eine neue Communtiy aufzubauen, deren Ziele eindeutig zu definieren und zu formulieren.

Bei KWICK! fand ich besonders beeindruckend, dass sie es geschafft haben, den Mobilfunk-Anbieter O2 dazu zu bringen, dass deren Kunden kostenfrei auf KWICK! zugreifen können. Solange es noch keine wirklich sorgenfrei bezahlbaren mobilen Datentarife gibt, ein echter Wettbewerbsvorteil. Und sollten solche Tarife dann flächendeckend bei den Kunden angekommen sein, so hat KWICK! mit Sicherheit schon einige wertvolle Erfahrungen mit einer mobilen Community sammeln können. Noch ein Wettbewerbsvorteil.

In der abschließenden Diskussion kam noch ein interessanter Aspekt zur Sprache. Die kritische User-Masse für eine nicht-regionale Community sahen die Referenten bei ca. 50.000 Usern. Davon müssen mindestens 500 so genannte Heavy User sein. Auch interessant: Kammerer schätze, dass bis man diese kritische Masse erreicht hat, man pro User gut 3-4 Euro an anfallenden Kosten rechnen muss. Eine schöne Stange Geld.

werkenntwen hat ein Problem

Wer kennt wen?

Laut einem Bericht im kostenpflichtigen iBuisness-Portal, hat mein Lieblingsfreizeitnetzwerk werkenntwen.de zwar inzwischen seine Reichweite über die Millionen-Nutzer-Grenze hieven können. Aber die durchschnittliche monatliche Verweildauer pro Nutzer ging hingegen von 180 Minuten auf 168 Minuten zurück.

Ein Indiz, dass werkenntwen.de … wie sicher auch andere soziale Netzwerke … auf Dauer mehr bieten muss, als die üblichen Vernetzungs- und Kommunikationsmöglichkeiten. Eine deutliche Herausforderung an die Macher solcher Portale. Was kann man den Nutzern neben Gruppen, Blogs und Nabelschau noch bieten? Ist hier der Facebook-Ansatz vielleicht auch auf andere Netzwerke portierbar. Also dass die Nutzer sich gegenseitig mit der Nutzung der zu Hauf vorhandenen facebook-internen Widgets beschäftigen. Doch die wenigsten Netzwerke werden es (sich) leisten können, wie Facebook eine eigene API zu entwickeln. Eine Chance für das Googles OpenSocial-Projekt? Zumal nun mit Yahoo! der nächste Web-Riese sich anschickt, OpenSocial zu unterstützen.

Es kann also nicht schaden, wenn sich die Macher von sozialen Netzwerken mal mit solchen Themen wie Mikro-Applikationen bzw. Widgets im Allgemeinen und OpenSocial im Speziellen auseinander setzen.

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